Long COVID Deutschland

Bundesweite Initiative für die Belange von Long COVID-Betroffenen. Die Informationsseite zu Long COVID.

Aktuelles

27. Januar 2021

Baden-Württemberg: Virtueller Fachtag Long-COVID/Post-COVID

Der Fachtag soll dazu beitragen, den aktuellen Stand der Forschung und die vorhandenen Versorgungsstrukturen und Aktivitäten einzelner Partner darzustellen. Ziel ist es, möglichen weiteren Forschungsbedarf im Hinblick auf die langfristigen und indirekten Folgen einer COVID-19-Erkrankung und den Versorgungsbedarf zu gesundheitlichen Folgen der COVID-19-Pandemie abzuleiten.

Die Anmeldung erfolgt über das Portal der Landesärztekammer: www.aerztekammer-bw.de/portal

Die Veranstaltung ist mit 8 Punkten auf das Fortbildungszertifikat der Landesärztekammer Baden-Württemberg anerkannt.


19. Januar 2021

Hessen: 700.000 Euro zusätzlich für die universitäre Erforschung von Corona-Langzeitfolgen

Die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ines Claus, sagte zum Haushaltsantrag zur Erforschung von Long Covid: „Corona kann auch mit Langzeitfolgen zuschlagen. Viele COVID-19-Patientinnen und -Patienten leiden auch Wochen oder Monate danach noch an Symptomen – unabhängig von der Schwere des Krankheitsverlaufs. Diese Menschen bestmöglich versorgen zu können, bleibt eine Herausforderung für Ärztinnen und Ärzte und in besonderer Weise auch für die Wissenschaft. Deshalb brauchen wir fundierte Erkenntnisse, wie den Menschen bestmöglich geholfen werden kann. Deshalb wollen die Koalitionsfraktionen von CDU und GRÜNEN die Erforschung von Long Covid an den hessischen Unikliniken in Gießen, Marburg und Frankfurt mit zusätzlich 700.000 Euro im Landeshaushalt 2022 fördern.

Mit dem vorliegenden Antrag sollen die entsprechenden Mittel als Anschubfinanzierung in 2022 zur Verfügung gestellt werden, um die klinische Versorgung und wissenschaftliche Begleitung von Post-COVID Patientinnen und Patienten in Hessen weiter auszubauen und ein koordiniertes Versorgungsangebot mit möglichst zentraler Anlaufstelle für die Betroffenen zu schaffen. Gleichzeitig erhoffen wir uns von den erlangten Erkenntnissen ebenfalls eine verbesserte Behandlung auch von weiteren Virusinfektionen.“


17. Januar 2021

Niedersachsen: Land fördert Studie zu Long Covid bei Kindern an der Medizinischen Hochschule Hannover

Mit knapp 300.000 Euro fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur eine Studie zu Long Covid bei Kindern an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Ziel der Projektgruppe „Long Covid Kids Niedersachsen“ ist es, ein strukturiertes Versorgungsmodell für pädiatrische Patientinnen und Patienten mit Long Covid in Niedersachsen zu entwickeln und wissenschaftlich zu evaluieren. Der Projektstart ist für März 2022 geplant.

Das Projekt beinhaltet den Aufbau einer pädiatrischen Long Covid-Ambulanz in der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie der MHH. Die Long Covid Ambulanz für Kinder und Jugendliche an der MHH richtet sich an Patienten im Alter zwischen 0 bis 18 Jahren mit anhaltenden Beschwerden im Zusammenhang einer gesicherten COVID-19 Erkrankung (Nachweis einer SARS-CoV-2 Infektion mittels PCR). Eine Kontaktaufnahme ist über E-Mail kinderlunge@mh-hannover.de möglich.


20. Dezember 2021

Berlin: Gründung von Long COVID-Fachverband

Mediziner*innen aus ganz Deutschland haben am Montag, den 20. Dezember 2021, den ersten Long-COVID-Fachverband gegründet. Den Vorsitz des Vereins übernimmt Dr. Jördis Frommhold, Chefärztin der Abteilung für Atemwegserkrankungen und Allergien in der Median-Klinik Heiligendamm. Als Vizechef ist Dr. Daniel Vilser, Oberarzt der Kinder- und Jugendmedizin und Leiter der pädiatrischen Long COVID-Ambulanz an der Universitätsklinik Jena vorgesehen. Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen, Leiterin der Immundefekt-Ambulanz der Charité – Universitätsmedizin Berlin gehört, neben u.a. Prof. Dr. Uta Behrends, leitende Oberärztin und Leiterin der pädiatrischen Long COVID-Ambulanz der München Klinik, ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern.

Laut Dr. Frommhold sind alle Mediziner*innen, die sich mit der Behandlung und Erforschung von Long COVID befassen, zur Teilnahme an dem interdisziplinären Fachverband eingeladen.


14. Dezember 2021

Sachsen/Bayern: Gemeinsame Forschungsaktivitäten zu Corona und Long COVID

Angesichts des dramatischen Corona-Infektionsgeschehens nehmen Forscherinnen und Forscher in beiden Bundesländern unter anderem Long-Covid bzw. das Post-COVID-Syndrom, also die Langzeitfolgen einer COVID 19-Erkrankung, in den Blick. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Bayerisch-Sächsische Forschungsnetz zu SARS-CoV-2. Bis Ende 2022 stehen rund 550.000 Euro sächsischer Landesmittel bereit. Hier werden länderübergreifend Projekte zusammengeführt, die sich mit verschiedenen Facetten der Corona-Forschung beschäftigen, etwa zum Ausbreitungsgeschehen oder zur Verbesserung der Heilungschancen von Erkrankten.


02. Dezember 2021

NAKOS: LCD nimmt an erstem deutschlandweiten Netzwerk-Treffen von Long COVID-Selbsthilfeinitiativen teil

Am 2.Dezember 2021 veranstaltete die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) in Kooperation mit der Selbsthilfekoordination Bayern (SeKo Bayern) eine Kick-Off-Veranstaltung zur Covid-19-Selbsthilfe. Die Online-Konferenz richtete sich an Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren und sich in Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeinitiativen zusammengeschlossen haben.

Die Vernetzung soll weiter ausgebaut werden. Ein Anliegen ist es, einen Ort zu schaffen, wo Informationen und Erfahrungswissen gebündelt werden können. Dem Wunsch dieses Format auf überregionaler Ebene fortzuführen, werden die Veranstalter entsprechen. Ein weiteres Online-Treffen ist für Anfang 2022 geplant.

Initiativen die an einem Austausch und der Teilnahme an dem geplanten Netzwerk Interesse haben können sich an folgende E-Mail-Adresse wenden: selbsthilfe@nakos.de. Weitere Informationen finden sich in der entsprechenden Pressemitteilung.


24. November 2021

Deutsche Bundesregierung: Long COVID & ME/CFS sind Teil des Koalitionsvertrages der neuen Bundesregierung

Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS und Long COVID Deutschland haben sich gemeinsam dafür eingesetzt, Long COVID und ME/CFS in den Koalitionsvertrag zu bringen. Dafür haben wir eine Arbeitsgruppe gebildet, kurz-, mittel- und langfristige Ziele ausgearbeitet, persönliche Gespräche mit Mitgliedern der Koalitionsfraktionen geführt und eine gemeinsame Stellungnahme vorgelegt, die gezielte Forderungen und Maßnahmen zu Aufklärung, Versorgung und Forschung darlegt. Das Ergebnis:


Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS und Long COVID Deutschland werden sich weiter gemeinsam für die Umsetzung konkreter Maßnahmen durch die Deutsche Bundesregierung einsetzen. Unsere bisherigen Forderungen lauten:

1. Eine Aufklärungskampagne zu Long COVID und ME/CFS durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Robert Koch-Institut (RKI) zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

2. Fortbildungen für Ärzt*innen und Therapeut*innen durch fachliche Expert*innen wie Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen und Prof. Dr. Uta Behrends u. a.

3. Aufnahme der Krankheitsbilder in den Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM), an dem sich die Curricula der Universitäten ausrichten.

4. Aufbau eines Kompetenznetzwerks ME/CFS und Long COVID nach dem Vorbild des bestehenden Versorgungsnetzwerks für Multiple Sklerose und unter Berücksichtigung der Expertise der zwei bestehenden ME/CFS-Ambulanzen – das Charité Fatigue Centrum an der Charité Berlin und das MRI Chronische Fatigue Centrum an der Kinderpoliklinik der Technischen Universität München.

5. Einrichtung einer Chronikerpauschale und die Aufnahme von ME/CFS in das Disease-Management-Programm.

6. Aufnahme von ME/CFS und Long COVID in den Katalog des § 116b SGB V und in das Programm der Ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV).

7. Eine gemeinsame Erforschung der Krankheitsbilder Long COVID und ME/CFS aufgrund zentraler pathologischer Überschneidungen; aufbauend auf bisherigen Erkenntnissen aus der klinischen Forschung.

8. Zentrale Koordinierung relevanter Vorhaben zur Therapieentwicklung, beispielsweise über die vom BMBF geförderten Netzwerke – das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) und das Nationale Pandemie Kohorten Netz (NAPKON).

Wir danken der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS für die produktive und solidarische Zusammenarbeit und den Politiker*innen, die sich für die Belange von Menschen mit Long COVID und ME/CFS einsetzen.


04. November 2021

Niedersachsen: Anhörung im Landtag zu Rehabilitationsmaßnahmen für Long-COVID-Patientinnen und -Patienten

Long COVID Deutschland hat an der öffentliche Anhörung im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung zum Antrag der Fraktionen von CDU und SPD im Niedersächsischen Landtag vom 1. Juni 2021 teilgenommen. Der Landtag bittet die Landesregierung:

1. sich für die Schaffung und adäquate Ausstattung interdisziplinärer Angebote – sowohl stationär, als auch ambulant und wohnortnah – zur Diagnostik sowie für Rehabilitationsangebote durch multiprofessionelle Teams von Long-COVID-Erkrankten einzusetzen, um während einer RehaMaßnahme die Behandlung aller Symptome sicherstellen zu können,

2. zu prüfen, wie die niedersächsischen Einrichtungen der Gesundheitsforschung stärker bei der Ursachenforschung des Long-COVID-Syndroms sowie der Entwicklung möglicher Behandlungsmethoden unterstützt werden können,

3. sich dafür einzusetzen, dass die Angebote zur Bewältigung psychischer Erkrankungen ausgebaut werden, die durch eine COVID-19-Erkrankung oder eine intensivmedizinische Behandlung dieser Krankheit ausgelöst oder verursacht worden sind,

4. zu prüfen, inwieweit Studienkapazitäten angepasst werden müssen, um dem nicht nur durch Long-COVID ausgelösten höheren Bedarf an psychologischer ärztlicher Betreuung Rechnung zu tragen,

5. zu prüfen, inwieweit eine wissenschaftliche Begleitung der Rehabilitationsangebote in die Aktivitäten des COVID-19-Forschungsnetzwerks COFONI integriert bzw. an diese angegliedert werden kann, um dadurch die Belastungen und funktionellen Einschränkungen der Patientinnen und Patienten zu erfassen und die Wirksamkeit und Effektivität der verschiedenen Therapiemodule zu untersuchen,

6. sich dafür einzusetzen, dass mehr Personal für die Behandlung von Long-COVID-Erkrankten in Reha-Einrichtungen sowie für die Reha-Nachsorge aus- und weitergebildet wird,

7. die Rentenversicherungsträger und Krankenkassen aufzufordern, spezielle vertragliche Vereinbarungen bzw. Versorgungsverträge für die Rehabilitation von Long-COVID-Erkrankten mit den Einrichtungen zu schließen und dieses Angebot ihren betroffenen Versicherten zu kommunizieren.

Long COVID Deutschland Stellungnahme


27. Oktober 2021

Online-Vortrag: „Long-COVID und Chronic Fatigue Syndrome (CFS) – Abgrenzungen und Überschneidungen“ mit Prof. Carmen Scheibenbogen

In ihrem Vortrag wird Frau Prof. Dr. Scheibenbogen (Charité – Universitätsmedizin Berlin) dem Publikum einen Überblick zur Epidemiologie, den Symptomen sowie assoziierten Erkrankungen und Mechanismen von Long-COVID geben. Darüber hinaus wird auch das Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) beleuchtet, welches durch COVID-19, aber auch durch andere Infektionen getriggert werden kann. Prof. Scheibenbogen wird in diesem Zusammenhang neben den Krankheitsmechanismen auch auf Therapiemöglichkeiten eingehen.

Die Fortbildung ist kostenfrei und findet live über Zoom statt. Es gibt die technische Möglichkeit, anonym Fragen einzureichen, die im Anschluss an den Vortrag von unseren ExpertInnen diskutiert werden. Die Kameras und Mikrofone des Publikums werden aus Datenschutzgründen deaktiviert sein. Die Online-Vorträge wurden bei der Berliner Ärztekammer mit 2 CME-Punkte zertifiziert.


26. Oktober 2021

PINK CARROTS: „Loco Lotto“: Aufmerksamkeit für Long COVID

Die Kampagne „Loco-Lotto“ der Kommunikations-Agentur PINK CARROTS macht unter dem Motto „Long Covid – das Spiel deines Lebens“ auf die möglichen Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aufmerksam. Die Aktion vergleicht Long COVID mit einer Lotterie, bei der es keine Gewinner gibt. Mit dieser bewussten Provokation richtet sich Loco-Lotto vor allem an diejenigen, die sich bisher noch nicht ausreichend mit der Thematik beschäftigt haben. Link zur Website www.loco-lotto.com #locolotto


14. Oktober 2021

Berlin: Digitale Informationsveranstaltung – Am Arbeitsplatz erkrankt – was tun? Long-COVID – Auswirkungen für die Versicherten

Im Rahmen der Reihe „Am Arbeitsplatz erkrankt – was tun?“ der Berliner Beratungsstelle Berufskrankheiten wird über die Folgen einer COVID-19-Erkrankung und Hindernisse im Anerkennungsverfahren informiert. Fragen, auf die in der digitalen Informations- und Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, den 14. Oktober 2021 von 13:00 bis 16:00 Uhr geantwortet werden soll:

● Wie ist der aktuelle medizinische Stand über die Folgen von COVID-19?
● Wie sieht es mit den Leistungen der Unfallversicherung aus?
● Bekommen die Versicherten zeitnah und passgenau die Leistungen, die für die Genesung erforderlich sind?
● Wie verlaufen die Anerkennungsverfahren als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall?

Formlose Anmeldung per E-Mail an Beratungsstelle.BKV@SenIAS.berlin.de (mit Namen und E-Mail-Adresse). Die Teilnahme ist kostenlos. Programm zum Download.


13. Oktober 2021

Deutsche Gesellschaft für ME/CFS: On-Demand Fortbildung – Postvirale Erkrankungen: ME/CFS und Long COVID

Die Charité Berlin und die Technische Universität München führten am 13. Oktober 2021 eine ärztliche Online-Fortbildung zum Thema Postvirale Erkrankungen: ME/CFS und Long COVID durch. Die Veranstaltung wird in Form eines Webinars unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen (Charité Universitätsmedizin Berlin) durchgeführt.

Programm des Webinars:
● Überblick ME/CFS: Epidemiologie, Pathogenese, Diagnostik und Therapieansätze
● ME/CFS und Long COVID bei Kindern und Jugendlichen
● Long COVID in der Forschung
● ME/CFS und Long COVID in der niedergelassenen Praxis

Während des Live-Webinars haben die Teilnehmer:innen die Möglichkeit Fragen per Chat an die Referent:innen zu stellen. Die Fragen werden von den Referent:innen in diesem Block beantwortet. Parallel zur Online-Fortbildung wird eine Lernerfolgskontrolle angeboten. Die Lernerfolgskontrolle kann unabhängig von dem Live-Webinar online absolviert werden. Die Fortbildung ist bei der Ärztekammer Hamburg und bei der Österreichischen Akademie der Ärzte akkreditiert. Teilnehmer:innen aus Deutschland können 4 und aus Österreich 3 Fortbildungspunkte erwerben. Neben der Live-Veranstaltung wird eine Lernerfolgskontrolle online angeboten.


Die Fortbildung steht anschließend als On-Demand Angebot zur Verfügung.


11. Oktober 2021

Deutscher Bundestag: Bericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe Long-COVID

Long COVID Deutschland hat am 13. & 27. Juli sowie am 3. August 2021 als Sachverständige an Sitzungen der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMA) Long COVID teilgenommen. Heute hat die Deutsche Bundesregierung ihre offiziellen Empfehlungen zu Long COVID veröffentlicht.

Folgende Kernempfehlungen richten sich an alle Akteur:innen im Gesundheitsbereich:

1. Die Datenlage zu Long-COVID muss in allen Bereichen der Krankheitsbeschreibung und Epidemiologie erweitert werden. Dies schließt eine kontinuierliche Beobachtung der Krankheitshäufigkeit, -verläufe und -verteilung ein.

2. Die Datenlage zu Long-COVID in der Public Health-Forschung und der Versorgungsforschung muss ebenfalls weiter verbessert werden. Dies betrifft insbesondere auch die Forschung zu gefährdeten Gruppen, zu Kindern und Jugendlichen und Versorgungsoptionen.

3. Die Versorgungslage mit spezialisierten Versorgungsangeboten bei komplexer Long-COVID-Erkrankung sollte überprüft und bei Bedarf ergänzt werden.

4. Die vorhandenen akuten und rehabilitativen Versorgungsangebote für die Behandlung von Long-COVID sollten im Gesundheitswesen und bei den Betroffenen bekannter gemacht werden.

5. Die vorhandenen Instrumente für eine Wiedereingliederung in das Erwerbsleben (z. B. stufenweise Wiedereingliederung, Belastungserprobung) sollten im Gesundheitswesen und bei den Betroffenen bekannter gemacht und verstärkt bei längerdauernden Long-COVID-Krankheitsverläufen angewendet werden.

6. Die vorhandenen Informationen über Long-COVID sollten gebündelt und im Internet gut zugänglich und leicht auffindbar gestaltet werden. Sie richten sich an Long-COVID-Erkrankte und ihre Angehörigen, das Gesundheitspersonal und die Allgemeinbevölkerung.

Der vollständige Bericht der Bundesregierung kann unter folgendem Link abgerufen werden: https://dserver.bundestag.de/btd/19/326/1932659.pdf


7. Oktober 2021

Hessen: Antrag im Landtag zu „Long Covid – Diagnose, Behandlung/Versorgung und Reha sicherstellen“

Öffentliche Sitzung im Sozial- und Integrationspolitischen Ausschuss zum Antrag vom 29. Juni 2021 der SPD Fraktion im Hessischen Landtag. Der Landtag fordert die Landesregierung auf:

1. interdisziplinäre Angebote zur Diagnostik, Behandlung sowie Rehabilitationsangebote durch multiprofessionelle Teams von Long-Covid-Erkrankten, aber auch insbesondere für ME/CFS-Erkrankte, zu schaffen, um während einer Reha-Maßnahme die Behandlung aller Symptome sicherstellen zu können.

2. die Ursachenforschung des Long-CovidSyndroms und des ME/CFS sowie mögliche Diagnose- und Behandlungsmethoden sicherzustellen und zu fördern. Hierzu gehört es auch, Fortbildungen zum Long-Covid-Syndrom sowie zu ME/CFS anzubieten, um der fälschlichen Einordnung als psychische Erkrankung vorzubeugen.

3. Angebote zur Bewältigung und Begleitung der Erkrankung inkl. Angeboten des Empowerments auszubauen, die durch eine Covid19-Erkrankung, eine intensivmedizinische Behandlung dieser Krankheit oder durch ME/CFS ausgelöst oder verursacht worden sind.

4. eine wissenschaftliche Begleitung der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden sicherzustellen, durch welche die Belastung sowie funktionelle Einschränkungen der Patientinnen und Patienten erfasst und die Wirksamkeit und Effektivität der verschiedenen Therapiemodule untersucht werden.

5. sich dafür einzusetzen, dass mehr Personal für die Behandlung von Long-Covid-Patientinnen und -Patienten sowie ME/CFSPatientinnen und -Patienten in Reha-Einrichtungen und für die Reha-Nachsorge fort- und ausgebildet wird.

6. darauf hinzuwirken, Wiedereinstiegsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten mit Langzeitfolgen durch eine Covid-19- oder
ME/CFS-Erkrankung mit allen Akteuren entsprechend anzupassen (Krankenkassen, Ärzteschaft, Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen, Arbeitgebern).

7. sich dafür einzusetzen, dass insgesamt die Diagnostik, die Behandlung und die Budgetierung angepasst werden. Zudem wird die Landesregierung aufgefordert, sich analog dem Land Bayern auf Bundesebene für eine Anerkennung von ME/CFS als Erkrankung einzusetzen. Dazu gehört, dass in den Katalog des § 116 b Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) die Krankheit ME/CFS aufgenommen wird, damit eine adäquate Diagnose, eine adäquate Behandlung und vor allem eine Refinanzierung von entsprechenden Ambulanzen möglich werden.

Der Sozial- und Integrationspolitische Ausschuss lehnte den Antrag nach abschließender Beratung in öffentlicher Sitzung ab (CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, AfD und Freie Demokraten gegen SPD und DIE LINKE).


6. Oktober 2021

Weltgesundheitsorganisation (WHO): Webinar – Post-COVID-19-Rehabilitation

Das dritte Webinar der WHO zum Thema Post-/Long COVID befasst sich mit dem Thema Rehabilitationsversorgung und umfasst neben der Vorstellung der klinischen Post-COVID Falldefinition der WHO und der Entwicklung des Core Outcome Sets für Post-COVID-19 drei Abschnitte:

● Einführung in die Rehabilitation für den Zustand nach COVID-19
● Interventionen zur Rehabilitation
● Modelle der Rehabilitationspflege


Die Veranstaltung findet am 6. Oktober von 13:30 bis 15:30 Uhr statt. Teilnehmende können sich vorab online registrieren.


4. Oktober 2021

Long COVID Europe: Offizieller Start des ersten europäischen Long COVID-Netzwerks für Betroffeneninitiativen

Seit Februar 2021 arbeitet Long COVID Deutschland gemeinsam mit mehr als 20 weiteren Betroffenen-Initiativen aus aktuell 17 Ländern in Europa an der aktiven Vernetzung zum Thema Long COVID. Einen Überblick zu den Hintergründen, Zielen und teilnehmenden Initiativen bietet die Webseite: https://longcovideurope.org

Pressemitteilung


23. September 2021

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Bekanntgabe der geförderten Projekte zu Long COVID

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Vergabe der Mittel in Höhe von insgesamt 6,5 Millionen Euro unter der „Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben zu Spätsymptomen von Covid-19 (Long-Covid)“ vom 31. Mai 2021 bekanntgegeben. Gefördert werden insgesamt zehn verschiedene Projekte in ganz Deutschland:

1. Post-COVID assoziierte Immundysfunktion

2. Ergotherapeutische Intervention bei Long-COVID Betroffenen mit mehr als drei Monate persistierenden, schwerwiegenden, behandlungsbedürftigen Beeinträchtigungen

3. ImmunDysregulation und Epigenetisches Gedächtnis bei Post-COVID Syndromen

4. Einschränkungen der Teilhabe und Lebensqualität sowie Versorgungsbedarfe von Betroffenen im Gesundheitswesen mit Spätsymptomen nach einer SARS-CoV-2-Infektion

5. Long-COVID-19 in Children

6. Prednisolon und Vitamin B1, 6 und 12 bei Patient:innen mit Post-COVID-19-Syndrom – eine randomisierte kontrollierte Pilotstudie in der Primärversorgung

7. Untersuchung psychosozialer Bedürfnisse von Patienten mit Long-COVID: Kohortendaten-basierte partizipative Entwicklung und Pilotstudie einer spezialisierten modularen Intervention

8. Pulmonalvaskuläre Dysfunktion als therapeutischer Ansatzpunkt bei persistierender Belastungsdyspnoe nach COVID-19 – Identifikation einfacher diagnostischer Parameter und symptomorientierter Therapie

9. Autoantikörper gegen G-Protein gekoppelte Rezeptoren als schädliches Agens für die Mikrozirkulation und als Ursache für die Symptompersistenz in „Long-COVID“: Ein klinisch – experimenteller Ansatz

10. Randomisierte kontrollierte longitudinale Interventionsstudie „Sport & Long-COVID-Syndrom“, eingebettet in eine bestehende Kohorte


20. September 2021

Weltgesundheitsorganisation (WHO): Empfehlungen zur selbstständigen Rehabilitation nach COVID-19

Neben anderen Betroffenen-Initiativen konnte Long COVID Deutschland bei der Erstellung einer neuen Info-Broschüre der WHO zum Thema selbstständige Rehabilitation nach COVID-19 mitwirken. Enthalten sind in der Broschüre folgende Hinweise und Informationen:

● Warnsignale, die der dringenden Aufmerksamkeit von Gesundheitsfachkräften bedürfen
● Umgang mit Atemnot
● Bewegung und sportliche Betätigung
● Kräftesparendes Verhalten (Pacing) und Umgang mit andauernder Erschöpfung
● Umgang mit Stimmstörungen
● Umgang mit Schluckbeschwerden Ernährung, einschließlich Geruchs- und Geschmacksstörungen
● Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
● Umgang mit Stress, Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen
● Umgang mit Schmerzen
● Rückkehr an den Arbeitsplatz
● Symptomtagebuch

Die Broschüre wird in mehreren Sprachen veröffentlicht.


17. September 2021

Thüringen: Universitätsklinikum Jena erhält vom Land Thüringen 700.000 Euro für umfassendes Forschungs- und Versorgungskonzept im Post-COVID-Zentrum

Immer mehr Menschen leiden, und das auch nach milden Infektionsverläufen, am sogenannten Post-COVID-Syndrom, also ganz unterschiedlichen Beschwerden noch Monate nach überstandener Infektion. Allein in Thüringen sind etwa 15.000 Menschen betroffen. Und ähnlich wie das neuartige Virus selbst stellt auch das Krankheitsbild Post-COVID die Forscher und Ärzte noch vor viele Fragen. Um das zu ändern, entwickeln Experten am UKJ im Post-COVID-Zentrum ein umfassendes, interdisziplinäres Forschungs- und Versorgungskonzept für Post-COVID-Patienten. Dieses wird nun für die kommenden drei Jahre vom Land Thüringen mit 700.000 Euro gefördert.

In den kommenden drei Jahren werden Experten des UKJ – aus Innerer Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Augenheilkunde Hals-Nasen-Ohren-Medizin und Kinder- und Jugendmedizin – mit den Fördergeldern unter anderem die Post-COVID-Ambulanz personell unterstützen. Vor allem aber soll ein Register entstehen, in dem systematisch das Spektrum und die Verläufe der Post-COVID-Symptome erfasst werden. Hierbei wird das UKJ-Team auch auf die Erfahrungen nationaler und internationaler Projekte aufbauen, um standortübergreifend Vergleiche zu ermöglichen. „Unser Ziel ist es, die Patientenversorgung mittelfristig zu verbessern“, sagt Stallmach, „und wichtige Eckpunkte zu liefern für politische Entscheidungen in drohenden Pandemien.“


15. September 2021

Leitlinien: “Long-/Post-COVID-Syndrom“ für Betroffene, Angehörige, nahestehende und pflegende Personen, die sich auf eine ärztliche Leitlinie stützt

Die Leitlinie “Long-/Post-COVID-Syndrom“ für Betroffene, Angehörige, nahestehende und pflegende Personen stützt sich auf die ärztliche „S1-Leitlinie Long-/Post-COVID“ der AWMF vom 15. Juli 2021. An der Leitlinie für Betroffene und Angehörige haben neben den medizinischen Fachgesellschaften auch betroffene Ärzt:innen und Selbsthilfeinitiativen mitgewirkt, u.a. Long COVID Deutschland. Die Leitlinie liefert eine Reihe von medizinischen Hintergründen und wesentliche Anhaltspunkte für ein besseres Krankheitsmanagement und den Umgang mit den häufigsten Symptomen. Es handelt sich bei diesem Dokument um eine sogenannte Living Guideline; eine lebende Leitlinie, die in zunächst kürzeren, dann längeren Abständen immer wieder aktualisiert wird.


14. – 15. September 2021

Robert Koch-Institut: Online-Seminar des Infektiologie-Beratungsnetzwerks des STAKOB zum Post-COVID-Syndrom für Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus, in Arztpraxen wie auch im ÖGD

Expertinnen und Experten des Infektiologie-Beratungsnetzwerk des STAKOB schulen, beraten und unterstützen. Sie geben Erfahrungen aus dem ersten Jahr des Infektionsgeschehens weiter und informieren, wie sich Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus, in Arztpraxen wie auch im ÖGD effektiv vorbereiten können.

Thema: Post-COVID-Syndrom
Zentrum: Leipzig
Dienstag, 14.09.2021, 15:30 – 17:00 Uhr
Mittwoch, 15.09.2021, 18:30 – 20:00 Uhr

Die Veranstaltungen sind kostenfrei und finden via WebEX statt. Fortbildungspunkte sind bei der jeweiligen Ärztekammer beantragt. STAKOB – Robert Koch-Institut: www.rki.de/stakob-ibn.


07. September 2021

Berlin: Long COVID Deutschland übergibt Petition mit rund 52.000 Unterschriften an Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD)

Long COVID Deutschland hat sich am 7. September mit Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD) in Berlin für ein persönliches Gespräch getroffen. Vertreter:innen der Initiative übergaben bei dem Termin in Anwesenheit von Medienvertreter:innen eine Petition mit rund 52.000 Unterschriften. Eine Sprecherin von Long COVID Deutschland betonte: „Wir freuen uns sehr, dass Karl Lauterbach sich heute Zeit nimmt, um unsere Forderungen entgegen zu nehmen und mit uns über die katastrophale Lage der mindestens 400.000 Betroffenen zu sprechen. Wir hoffen, dass das Thema in den Fokus der Politik rückt, die bisher verfolgten Ansätze der Bundesregierung sind leider vollkommen unzureichend und das Thema wird weiterhin drastisch unterschätzt.

Am 23. August fand unter der Leitung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ein virtuelles Expert:innengespräch zum Thema Long COVID statt. Teilgenommen haben neben Bundesminister Jens Spahn auch Karl Lauterbach und eine Vertreterin von Long COVID Deutschland. Das BMG hat zuvor eine Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA) Long COVID eingerichtet. Bei IMA-Sitzungen im Juli und August hat Long COVID Deutschland auf die unzureichende Informations- und Versorgungslage der Long COVID-Betroffenen hingewiesen. Die Initiative fordert vom BMG konkrete Maßnahmen mit dem Ziel der Aufklärung von Bevölkerung, Betroffenen und Mediziner:innen umzusetzen. Bisher liegen noch keine Ergebnisse der IMA oder des Gesprächs mit Bundesminister Spahn vor. 

Long COVID Deutschland fordert von der Bundesregierung: 


● Bundesweite Informationskampagnen für Bevölkerung, Betroffene und medizinisches Personal
● Einheitliche medizinische Versorgung nach medizinischen Leitlinien
● Zentrale Datenerhebung zu Long COVID
● Deutliche Aufstockung der Forschungsgelder und Förderung von Therapiestudien


In Deutschland wurden bisher ca. 70 spezialisierte Post-COVID-Ambulanzen für rund 400.000 Patient:innen eingerichtet. Eine gezielte Therapie für das Krankheitsbild Long COVID gibt es nicht. Viele Betroffenen leiden laut einer Studie der Universität Heidelberg bereits seit mehr als zwölf Monaten an der Erkrankung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat im Mai 2021 eine Förderrichtlinie in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro ausgeschrieben. Forscher:innen bemängeln weiterhin fehlende finanzielle Unterstützung durch die Bundesregierung für Vorhaben zur Therapieentwicklung.

Pressemitteilung

Unterstützer:innen können die Kampagne weiterhin unterzeichnen auf: https://campact.org/Hilfe-bei-Long-Covid.


06. September 2021

Nordrhein-Westfalen: Beyond COVID-19 – NRW-Netzwerk widmet sich Spätfolgen von SARS-CoV-2-Infektion

Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen gabe heute den offiziellen Startschuss für das Projekt „Beyond Covid-19“. Dieses hat das Ziel, die gesundheitlichen, psychischen und sozialen Langzeitfolgen von Covid-Erkrankungen zu erforschen. Dabei wird ein ganzheitlicher, interdisziplinärer und standortübergreifender Ansatz verfolgt. Koordiniert wird das Projekt vom Universitätsklinikum Düsseldorf, beteiligt sind zudem die Standorte Aachen, Bonn, Köln, Essen und Münster. Die Landesregierung unterstützt das Projekt mit Mitteln in Höhe von 4,6 Millionen Euro.

„Nordrhein-Westfalen verfügt über viele herausragende Forscherinnen und Forscher, die mit ihren Ideen und Projekten das Leben der Menschen in unserem Land verbessern. „VIRAL“ und „Beyond Covid-19“ sind dafür gute Beispiele: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Nordrhein-Westfalen bündeln ihre Expertise, um gemeinsam Forschungsfragen wie etwa die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion zu bearbeiten, dabei Synergien zu nutzen und nicht zuletzt Ergebnisse zu erzielen, die ganz direkt den Menschen in Nordrhein-Westfalen zu Gute kommen. Ich freue mich darauf, im Laufe dieser Forschungsreise viele zukunftsweisende Projekte und die dahinterstehenden Forscherinnen und Forscher vorzustellen, die Nordrhein-Westfalen mit ihrer Arbeit verändern“, sagt Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.


23. August 2021

Bundesministerium für Gesundheit: Expert:innengespräch „Long-COVID“ mit Bundesminister Jens Spahn

Long COVID Deutschland hat am 23. August an einer virtuellen Gesprächsrunde zum Thema Long COVID mit Expert:innen und Vertreter:innen des Gesundheitssystems, Regierungseinrichtungen und Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn teilgenommen. Die vollständige Teilnehmer:innenliste kann hier aufgerufen werden.

Einführend zum Gespräch hat u.a. Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen (Charité Universitätsmedizin Berlin) eine Präsentation zum Thema Long-COVID und ME/CFS gehalten.


17. August 2021

Bundesministerium für Gesundheit: Long COVID Deutschland übergibt mehr als 51.000 Unterschriften

Long COVID Deutschland hat am 17. August vor dem Bundesministerium für Gesundheit die erste Petition mit über 51.000 Unterschriften an Joachim Becker (Abteilungsleiter Medizin- und Berufsrecht, Prävention) in Vertretung von Bundesminister Jens Spahn übergeben. Darin fordert die Initiative die Politik zum sofortigen und schnellen Handeln auf: „Wir brauchen dringend bundesweite Informationskampagnen, gleiche medizinische Versorgung für alle Betroffenen und vor allem wesentlich mehr Forschungsgelder“, so eine Sprecherin der Initiative.

Aktuell sind alleine in Deutschland schätzungsweise rund 400.000 Menschen von gesundheitlichen Folgen nach COVID-19 betroffen, das sind etwa zehn Prozent aller Infizierten. Tendenz steigend. Long COVID kann jeden treffen – auch junge, gesunde Menschen, die keiner bekannten Risikogruppe angehören. Laut einer Studie sind 45% der Betroffenen nach über sechs Monaten nicht in der Lage, Vollzeit zu arbeiten, 22% sind arbeitsunfähig. „Die wenigen Hochschulambulanzen haben teils monatelange Wartezeiten und Reha-Kliniken sind oft nicht auf das Krankheitsbild Long COVID mit seinen vielen Symptomen ausgerichtet, auch hier gibt es erhebliche Wartezeiten“, so die Sprecherin.

Long COVID Deutschland fordert von der Bundesregierung deshalb zeitnahes Handeln:
● Bundesweite Informationskampagnen für Bevölkerung, Betroffene und medizinisches Personal
● Einheitliche medizinische Versorgung nach medizinischen Leitlinien
● Zentrale Datenerhebung zu Long COVID
● Deutliche Aufstockung der Forschungsgelder und Förderung von Therapiestudien


Aktuell gibt es in Deutschland rund 70 spezialisierte Post-COVID-Ambulanzen und Sprechstunden für rund 400.000 Patientinnen und Patienten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat bislang viele Millionen Euro für die Forschung zu COVID-19 bewilligt, aber lediglich 5 Millionen Euro für gezielte Long COVID-Vorhaben. Zum Vergleich: in den USA sind es 976 Mio., in Großbritannien 140 Mio. Bereits seit Mai 2020 kämpft Long COVID Deutschland, ein privater Zusammenschluss von Betroffenen aus dem ganzen Bundesgebiet, um mehr öffentliche Hilfe und Anerkennung dieser Krankheit. Die Initiative leistet Aufklärungsarbeit, sammelt auf der eigenen Website Informationen und betreibt eine Online-Selbsthilfegruppe auf Facebook. „Wir machen ehrenamtlich die Arbeit, für die eigentlich die Bundesregierung zuständig ist“, so die Sprecherin.


Hörbeitrag: Die Initiative Long COVID Deutschland fordert mehr Forschung und mehr Aufklärung
Deutschlandfunk, 17. August 2021


Pressemitteilung

Unterstützer:innen können die Kampagne weiterhin unterzeichnen auf: https://campact.org/Hilfe-bei-Long-Covid.


10. August 2021

Wissenschaftliches Institut der AOK: Mehr als ein Viertel der entlassenen Covid-19-Patienten mussten zurück in die Klinik

In die Auswertung sind die Daten von insgesamt 8.679 bei der AOK versicherten Covid-19-Erkrankten einbezogen worden, die vom 1. Februar bis zum 30. April 2020 nach einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion stationär behandelt wurden. Von diesen Patientinnen und Patienten mit einem Durchschnittsalter von knapp 69 Jahren verstarben 25 Prozent im Krankenhaus. Von den 6.235 Überlebenden mussten 1.668 (27 Prozent) innerhalb eines halben Jahres nach der ersten Krankenhausbehandlung wieder im Krankenhaus aufgenommen werden. Die Wiederaufnahme erfolgte in den meisten Fällen wegen Problemen mit der Atmung (36 Prozent) oder aufgrund neurologischer Störungen (29 Prozent). 6 Prozent der entlassenen Patientinnen und Patienten starben in den ersten sechs Monaten nach dem Krankenhausaufenthalt – die Hälfte von ihnen nach einer erneuten Krankenhauseinweisung. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei schweren Verläufen der Erkrankung eine engmaschige Nachsorge durch Haus- und Fachärzte erforderlich ist“, sagt Christian Günster, Leiter des Forschungsbereich Qualitäts- und Versorgungsforschung beim WIdO.


04. August 2021

Bayern: Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) informiert über die Gründung eines Long-Covid-Netzwerkes (LoCoN) und Behandlungspfad für die ambulante Versorgung bei Long COVID

Im 1. Quartal 2021 wurden bereits deutlich über 30.000 Patienten und Patientinnen in Bayern durch niedergelassene Ärztinnen oder Ärzte aufgrund einer Post-Covid-Problematik behandelt. Erste Frühinformationen aus dem 2. Quartal zeigen, dass sich diese Zahl dynamisch weiterentwickelt. Die KVB geht deshalb davon aus, dass in Bayern derzeit rund 50.000 Long-Covid-Betroffene zu behandeln sind.

Eine strukturierte Versorgung ist vor dem Hintergrund des hohen Patient:innnenaufkommens von besonderer Bedeutung. Der größte Anteil der Long-Covid-Patient:innen wird dabei wohl in der ambulanten Versorgung diagnostiziert, behandelt und betreut werden. Häufige Symptome, die zu einem Ärzt:innenbesuch führen, sind unter anderem Fatigue/allgemeine Schwächezustände, pneumologische und kardiologische Störungen, Riech- und Geschmackstörungen, depressive Verstimmungen sowie Angst- und Schlafstörungen. Zahlreiche Beschwerden können, insbesondere bei milden Verläufen, voraussichtlich auf der haus- und kinderärztlichen Versorgungsebene bewältigt werden. Bei persistierenden Beschwerden und angesichts der häufigen Vielgestaltigkeit der Symptome wird aber häufig eine interdisziplinäre Zusammenarbeit in Diagnostik und Therapie erforderlich, wie dies auch in der S1-Leitlinie herausgearbeitet wurde.


22. Juli 2021

Sachsen: Long-COVID: Freistaat fördert Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Leipzig

Der Freistaat Sachsen unterstützt jetzt mit gut einer halben Million Euro ein bis zum Jahresende 2021 laufendes Forschungsvorhaben der Universitätsmedizin Leipzig, bei dem 300 Probandinnen und Probanden mit einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion epidemiologisch untersucht werden. Hierfür arbeiten die neu eingerichtete Post-COVID-Hochschulambulanz am Universitätsklinikum Leipzig und die Erwachsenenambulanz des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen LIFE eng zusammen. Alle Daten werden in einer eigenen LIFE-COVID-Datenbank gesammelt und von dem Team wissenschaftlich ausgewertet. Mit den gewonnenen Daten soll die Voraussetzung für die Entwicklung von Verfahren geschaffen werden, mit denen Post-COVID-Komplikationen therapiert werden können oder ihnen im besten Fall vorgebeugt werden kann.


15. Juli 2021

Leitlinien: S1-Leitlinie: Post-COVID/Long-COVID

Die S-1 Leitlinie zu Long COVID wurde erstellt durch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in Zusammenarbeit mit weiteren Fachgesellschaften. Aufgeführt werden generelle Informationen, infektiologische/immunologische Aspekte, Diagnostikempfehlungen, psychische Aspekte, Rehabilitation, allgemeinmedizinische Aspekte, Fatigue und weitere Krankheitsbereiche. Die Leitlinie beinhaltet u.a. einen Hinweis zu individuell angemessenem Energiemanagement (Pacing) als eine wirksame Therapieoption bei postviraler Fatigue und Symptomverschlechterung nach körperlicher und mentaler Beanspruchung, die sog. Post-Exertionelle Malaise (PEM), den häufigsten Long COVID Beschwerden.


5. Juli 2021

Thüringen: Gesundheitspolitischer Talk auf Twitter: Long COVID und ME/CFS – wie weiter?

Robert-Martin Montag (FDP, MdL) im Gespräch mit Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen (Charité Universitätsmedizin Berlin), Prof. Dr. Rembert Koczulla (Universität Marburg), Prof. Dr. Uta Behrends (Technische Universität München) und Dr. Christian Korbanka (IKK classic).

Antrag im Thüringer Landtag:
„Erforschung von Long-COVID priorisieren: Klinische Daten erheben, Langzeitfolgen analysieren, wirksame Therapien entwickeln und in Regelversorgung implementieren“


25. Juni 2021

Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten: Persönliches Gespräch zwischen Long COVID Deutschland und Prof. Dr. Claudia Schmidtke (CDU) zu den zentralen Forderungen aus der Petition JETZT – Hilfe bei Long COVID!

Pressemitteilung

Unterstützer:innen können die Kampagne weiterhin unterzeichnen auf: https://campact.org/Hilfe-bei-Long-Covid.


24. Juni 2021

Deutscher Bundestag: Anhörung im Parlamentarischen Begleitgremium COVID-19-Pandemie vom 24. Juni 2021 zu Langzeitwirkungen und gesundheitliche Risiken einer COVID-19-Erkrankung (Long-COVID)

Video und Long COVID Deutschland Stellungnahme


22. Juni 2021

Bayern: Land stärkt Forschung zum Post-COVID-Syndrom mit fünf Millionen Euro durch Förderung innovativer multidisziplinärer Versorgungskonzepte für Long-COVID-Patienten

Mit Fortschreiten der Corona-Pandemie zeigt sich, dass immer mehr Erkrankte unter Spät- und Langzeitfolgen von COVID-19-Erkrankungen leiden. Die Staatsregierung startet deshalb eine Förderinitiative für die Versorgungsforschung zum Post-COVID-Syndrom und stellt hierfür fünf Millionen Euro bereit. Gegenstand der Förderung sollen insbesondere innovative multidisziplinäre Versorgungskonzepte für Long-COVIDPatienten sein. Neben einer Verbesserung der wissenschaftlichen Datenbasis liegt der Fokus auf einer möglichen Übertragung in die Regelversorgung. Antragsteller können beispielsweise Einrichtungen der medizinischen Versorgung, aber auch Verbünde und Forschungsnetzwerke sein. Anträge müssen bis einschließlich 31.10.2021 eingereicht werden.

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bietet eine Webseite mit weiterführenden Informationen für Betroffene und Interessierte: https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/post-covid/


17. Juni 2021

Deutscher Bundestag: Ablehnung der Anträge von den Fraktionen der FDP und DIE LINKE zu Long COVID durch den Ausschuss für Gesundheit

Antrag FDP: „Spätfolgen der Corona-Erkrankung ernst nehmen – Long-COVID-Behandlungszentren etablieren“

Die Bundesregierung soll im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel Long-COVID-Behandlungszentren als neuen § 116c im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) verankern. Sowohl an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Leistungserbringer als auch nach § 107 SGB V definierte Krankenhäuser sowie Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen sollen berechtigt sein, entsprechende Leistungen zu erbringen. Der Gemeinsame Bundesausschuss solle den Behandlungsumfang definieren und gemeinsam mit den Bundesländern ein Long-COVID-Register entwickelt werden.
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen der Fraktionen FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Stimmenthaltung der Fraktion DIE
LINKE.

Antrag DIE LINKE: Long-COVID als Berufskrankheit anerkennen und die Versorgung Betroffener sicherstellen

Arbeitsbezogene Corona-Erkrankungen sollen für alle Beschäftigtengruppen als Berufskrankheit anerkannt werden, insbesondere mit Blick auf etwaige Langzeitfolgen. Außerdem sollen die Rahmenbedingungen für flächendeckende unabhängige Beratungsstellen speziell für Betroffene von Berufskrankheiten sowie zusätzliche Kapazitäten zur Behandlung von COVID-19 sowie Long-COVID und an Myalgischen Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS) erkrankte Patientinnen und Patienten in Form von Reha-Kliniken geschaffen werden.
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen der Fraktionen DIE LINKE. und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Stimmenthaltung der Fraktion der FDP.


16. Juni 2021

Gesundheitsministerkonferenz: Deutsche Bundesregierung beabsichtigt Entwicklung eines Aktionsplans für Long COVID

Man sehe mittlerweile, dass nicht wenige der Covid19-Patienten auch längere gesundheitliche Folgeschäden haben, so der Bundesgesundheitsminister. Bei einigen bessere sich die Lage nach einigen Monaten, bei vielen drohe eine lebenslange Beeinträchtigung. Eine Rehabilitation, die darauf ausgerichtet ist den Weg zurück in einen normalen Alltag möglich zu machen, gehöre genauso dazu wie Forschung für Behandlungen und Therapien, und auch die Zusammenarbeit mit der Rentenversicherung – eben viele verschiedene Bereiche. Auf Ebene der Bundesregierung sei hierfür bereits eine interministerielle Arbeitsgruppe ins Leben gerufen worden, an der verschiedene Bundesressorts beteiligt seien. Bei der virtuellen Gesundheitsministerkonferenz habe man sich jetzt darauf geeinigt, in diesen Fragen eng miteinander zusammenzuarbeiten – mit dem Ziel einen gemeinsamen Aktionsplan zu entwickeln, der verschiedene Maßnahmen für Long Covid enthält, auch über die akute Pandemie hinaus.


10. Juni 2021

Wirtschaftlichkeitsprüfung Heilmittel: Post-COVID-19-Syndrom ab 1. Juli besonderer Verordnungsbedarf

Das Post-COVID-19-Syndrom wird bei der Heilmittelversorgung bundesweit als besonderer Verordnungsbedarf anerkannt. Verordnen Ärzte ab 1. Juli Physio- oder Ergotherapie aufgrund von Langzeitfolgen einer Corona-Infektion, so wird bei einer Wirtschaftlichkeitsprüfung ihr Budget nicht mit den Verordnungskosten belastet. Die Diagnoseliste für den besonderen Verordnungsbedarf wird zum 1. Juli ergänzt. Grund ist der erwartete hohe Versorgungsbedarf an bestimmten Maßnahmen der Physio- und Ergotherapie im Zusammenhang mit einem Post-/Long-COVID-Syndrom. Hierauf hatte insbesondere auch die Deutsche Gesellschaft für Physikalische und Rehabilitative Medizin hingewiesen. KBV und GKV-Spitzenverband haben sich darauf verständigt, die Indikation „U09.9 Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet“ in die Diagnoseliste der besonderen Verordnungsbedarfe aufzunehmen.


10. Juni 2021

Baden-Württemberg: Land fördert Erforschung von Corona-Folgeerkrankungen

Das Land Baden-Württemberg wird die gemeinsame Erforschung von Corona-Folgeerkrankungen an den Medizinischen Fakultäten und den vier Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm („Erforschung von Post-Covid-19-Erkrankungen – Charakterisierung eines neuen Krankheitsbildes und Entwicklung einer Grundlage für therapeutische Interventionen“) mit rund 2,3 Millionen Euro fördern. Basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen soll ein Beratungs- und Therapieangebot zur interdisziplinären Behandlung aller Patienten mit anhaltenden Post-COVID-19 Beschwerden entwickelt werden. Derzeit gibt es auch bundesweit nur sehr wenige Nachsorge-Ambulanzen, die Patienten nach akuter Erkrankung in den ersten Wellen systematisch nachbetreuen.


10. Juni 2021

Nordrhein-Westfalen: Anhörung im Landtag zur Situation der Patientinnen und Patienten mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue Syndrom in NRW

Öffentliche Anhörung im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Thematisiert wurden ebenfalls Zusammenhänge und Handlungsbedarf mit Blick auf ME/CFS in Verbindung mit Long COVID.

Stellungnahmen der Sachverständigen und Wortprotokoll der Sitzung.


7. Juni 2021

Deutscher Bundestag: Anhörung im Gesundheitsausschuss vom 7. Juni 2021 zu „Long-Covid Behandlungszentren

Antrag DIE LINKE: Long-COVID als Berufskrankheit anerkennen und die Versorgung Betroffener sicherstellen

Antrag FDP: „Spätfolgen der Corona-Erkrankung ernst nehmen – Long-COVID-Behandlungszentren etablieren

Video und Long COVID Deutschland Stellungnahme


4. Juni 2021

Thüringen: Antrag im Landtag zu „Erforschung von Long-COVID priorisieren: Klinische Daten erheben, Langzeitfolgen analysieren, Therapien entwickeln und in Regelversorgung implementieren“

Innerhalb der Ländergemeinschaft bestehend aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist auf die Einrichtung eines Mitteldeutschen Forschungszentrums hinzuwirken, das die medizinischen Fakultäten der Universitäten und Kliniken in den Bundesländern im mitteldeutschen Raum zu einem Forschungscluster zusammenführt und sich der Erforschung von Long-COVID und damit in Verbindung stehenden weiteren Erkrankungen wie beispielsweise Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) widmet.
Die Versorgung von Long-COVID Patientinnen und Patienten in der Post-COVID-Ambulanz sowie der Post-/ Long-Covid 19 Ambulanz für Kinder und Jugendlichen am Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist aus dem Landeshaushalt sicherzustellen und die Ausweitung der Versorgungskapazitäten durch Landesmittel zu forcieren. Den Aufbau und die Einrichtung interdisziplinärer regional verankerter Post-/Long-COVID-Ambulanzen, auch unter Einbeziehung digitaler telemedizinischer Versorgungsstrukturen weiter zu verbessern, um die vernetzte bestmögliche Versorgung der Long-COVID-Patienten in der Thüringer medizinischen Versorgungslandschaft zukunftsorientiert zu etablieren und bereits bestehende Angebote effizient zu bündeln u.a.


Der Antrag wird getragen von den Fraktionen der FDP, der CDU, DIE LINKE, der SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.


1. Juni 2021

Niedersachen: Antrag im Landtag zu „Rehabilitationsmaßnahmen für Long-COVID-Patientinnen und -Patienten

Die meisten verfügbaren Rehabilitationseinrichtungen sind aufgrund der großen Vielfalt an Long COVID-Symptomen momentan wenig geeignet, eine umfassende Behandlung der Erkrankten zu gewährleisten. Bei zahlreichen Betroffenen ist eine Betreuung durch verschiedenste ärztliche Fachrichtungen, wie beispielsweise Innere Medizin, Neurologie, Kardiologie oder HNO, notwendig. Diese sind jedoch in der Regel nicht alle gemeinschaftlich in einer Reha-Einrichtung vertreten. Die Behandlung wird darüber hinaus dadurch erschwert, dass es wissenschaftlich noch nicht gelungen ist, die Ursache für die gravierenden Langzeitfolgen zu ermitteln. Daher kann momentan nur eine Behandlung der Symptomatik erfolgen, eine kausale Therapie ist nicht möglich. Vor diesem Hintergrund bittet der Landtag die Landesregierung gezielte Maßnahmen umzusetzen.


31. Mai 2021

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Fünf Millionen Euro für Forschungsvorhaben zu Spätsymptomen von Covid-19 (Long-Covid)

Die mit fünf Millionen Euro ausgestattete Förderrichtlinie „Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben zu Spätsymptomen von Covid-19 (Long-Covid)“ richtet sich vorwiegend an interdisziplinäre Forschungsverbünde, die bereits Zugang zu Patientinnen und Patienten, Daten und Proben haben. Wo immer möglich, ist die gezielte Nutzung bereits existierender Datensätze und Materialsammlungen für Forschungsfragen vorzusehen. Von besonderer Bedeutung sind Forschungsprojekte zur ambulanten Versorgung, zur Rehabilitation und Pflege und zur Zusammenarbeit von spezialisierten Long-Covid-Ambulanzen und der hausärztlichen Grundversorgung. Die Einreichung von Förderanträgen ist bis zum 14. Juli 2021 möglich.


4. Mai 2021

Deutscher Bundestag: Anträge von den Fraktionen der FDP und DIE LINKE

Antrag DIE LINKE: Long-COVID als Berufskrankheit anerkennen und die Versorgung Betroffener sicherstellen

Antrag FDP: Spätfolgen der Corona-Erkrankung ernst nehmen – Long-COVID-Behandlungszentren etablieren


13. April 2021

Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wissensstand, Versorgungsangebote und Forschungsbemühungen zu Long-COVID

Auch in Deutschland deuten die Einrichtung von Post-COVID-Ambulanzen und die bundesweiten Gründungen von Selbsthilfegruppen auf vermehrte Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung hin. Es kommt nun nach Ansicht der fragestellenden Fraktion darauf an, das Wissen darüber in Deutschland zu erhöhen und weltweit den Wissensaustausch zu fördern. Aber auch adäquate Versorgungsangebote von Long-COVID-Patientinnen und – Patienten gilt es, verstärkt in den Blick zu nehmen. Die fragestellende Fraktion will deshalb Auskunft darüber erhalten, welche Erkenntnisse der Bundesregierung bereits zu Spät- und Langzeitfolgen von COVID-19-Erkrankungen in Deutschland vorliegen, welche Versorgungsangebote bereits existieren oder in Planung sind und welche weiteren forschungs- und versorgungsrelevanten Bemühungen seitens der Bundesregierung unternommen werden, um Long-COVID zu begegnen und entgegenzuwirken.


11. Juni 2020

Schleswig-Holstein: Zwei Millionen Euro für COVID-19 Forschungsprojekte in Schleswig-Holstein

In COVIDOM wird untersucht, zu welchen langfristigen Schäden es nach einer COVID-19-Erkrankung kommt. Die Häufigkeit und die Schwere werden systematisch erfasst. Im Fokus stehen dabei die Lunge, das Herz, die Niere, die Leber, der Stoffwechsel und das Nervensystem. Das Wissen über mögliche Schäden ist sowohl für die einzelne Patientin und den einzelnen Patienten wichtig, um gegensteuern zu können, als auch für das Gesundheitssystem. In COVIDOM werden alle in Schleswig-Holstein mit SARS-CoV-2 infizierten Bürgerinnen und Bürger kontaktiert. Sowohl vor Ort im UKSH als auch per Interview wird ein Gesundheitscheck von enormem Tiefgang angeboten. Dabei setzt das UKSH seine gesamte technische Kapazität ein, um den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern diese Gesundheitsvorsorge zu bieten und gleichzeitig für das bundesweite Gesundheitssystem und ganz Europa Daten zu liefern, mit welchen Folgen durch COVID-19 in den nächsten Jahrzehnten zu rechnen ist. Jede Patientin und jeder Patient, sowie deren Hausärztinnen und Hausärzteerhalten die Daten aus diesem Check in medizinischer Qualität zur weiteren Verwendung.