Long COVID Deutschland

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Aktuelles

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13. Oktober 2021

Deutsche Gesellschaft für ME/CFS: Life-Webinar – Postvirale Erkrankungen: ME/CFS und Long COVID

Die Charité Berlin und die Technische Universität München führen am 13. Oktober 2021 eine ärztliche Online-Fortbildung zum Thema Postvirale Erkrankungen: ME/CFS und Long COVID durch. Die Veranstaltung wird in Form eines Webinars unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen (Charité Universitätsmedizin Berlin) durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Programm des Live-Webinars (beginnt um 18:30 Uhr):
● Überblick ME/CFS: Epidemiologie, Pathogenese, Diagnostik und Therapieansätze
● ME/CFS und Long COVID bei Kindern und Jugendlichen
● Long COVID in der Forschung
● ME/CFS und Long COVID in der niedergelassenen Praxis

Während des Live-Webinars haben die Teilnehmer:innen die Möglichkeit Fragen per Chat an die Referent:innen zu stellen. Die Fragen werden von den Referent:innen in diesem Block beantwortet. Parallel zur Online-Fortbildung wird eine Lernerfolgskontrolle angeboten. Die Lernerfolgskontrolle kann unabhängig von dem Live-Webinar online absolviert werden. Die Fortbildung ist bei der Ärztekammer Hamburg und bei der Österreichischen Akademie der Ärzte akkreditiert. Teilnehmer:innen aus Deutschland können 4 und aus Österreich 3 Fortbildungspunkte erwerben. Neben der Live-Veranstaltung wird eine Lernerfolgskontrolle online angeboten.


6. Oktober 2021

Weltgesundheitsorganisation (WHO): Webinar – Post-COVID-19-Rehabilitation

Das dritte Webinar der WHO zum Thema Post-/Long COVID befasst sich mit dem Thema Rehabilitationsversorgung und umfasst neben der Vorstellung der klinischen Long COVID Falldefinition der WHO und der Entwicklung des Core Outcome Sets für Post-COVID-19 drei Abschnitte:

● Einführung in die Rehabilitation für den Zustand nach COVID-19
● Interventionen zur Rehabilitation
● Modelle der Rehabilitationspflege


Die Veranstaltung findet am 6. Oktober von 13:30 bis 15:30 Uhr statt. Teilnehmende können sich vorab online registrieren.


23. September 2021

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Bekanntgabe der geförderten Projekte zu Long COVID

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Vergabe der Mittel in Höhe von insgesamt 6,5 Millionen Euro unter der „Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben zu Spätsymptomen von Covid-19 (Long-Covid)“ vom 31. Mai 2021 bekanntgegeben. Gefördert werden insgesamt zehn verschiedene Projekte in ganz Deutschland:

● Post-COVID assoziierte Immundysfunktion
● Ergotherapeutische Intervention bei Long-COVID Betroffenen mit mehr als drei Monate persistierenden, schwerwiegenden, behandlungsbedürftigen Beeinträchtigungen
● ImmunDysregulation und Epigenetisches Gedächtnis bei Post-COVID Syndromen
● Einschränkungen der Teilhabe und Lebensqualität sowie Versorgungsbedarfe von Betroffenen im Gesundheitswesen mit Spätsymptomen nach einer SARS-CoV-2-Infektion
● Long-COVID-19 in Children
● Prednisolon und Vitamin B1, 6 und 12 bei Patient:innen mit Post-COVID-19-Syndrom – eine randomisierte kontrollierte Pilotstudie in der Primärversorgung
● Untersuchung psychosozialer Bedürfnisse von Patienten mit Long-COVID: Kohortendaten-basierte partizipative Entwicklung und Pilotstudie einer spezialisierten modularen Intervention
● Pulmonalvaskuläre Dysfunktion als therapeutischer Ansatzpunkt bei persistierender Belastungsdyspnoe nach COVID-19 – Identifikation einfacher diagnostischer Parameter und symptomorientierter Therapie
● Autoantikörper gegen G-Protein gekoppelte Rezeptoren als schädliches Agens für die Mikrozirkulation und als Ursache für die Symptompersistenz in „Long-COVID“: Ein klinisch – experimenteller Ansatz.
● Randomisierte kontrollierte longitudinale Interventionsstudie „Sport & Long-COVID-Syndrom“, eingebettet in eine bestehende Kohorte

Übersicht und Kurzbeschreibung der geförderten Projekte.


20. September 2021

Weltgesundheitsorganisation (WHO): Empfehlungen zur selbstständigen Rehabilitation nach COVID-19

Neben anderen Betroffenen-Initiativen konnte Long COVID Deutschland bei der Erstellung einer neuen Info-Broschüre der WHO zum Thema selbstständige Rehabilitation nach COVID-19 mitwirken. Enthalten sind in der Broschüre folgende Hinweise und Informationen:

● Warnsignale, die der dringenden Aufmerksamkeit von Gesundheitsfachkräften bedürfen
● Umgang mit Atemnot
● Bewegung und sportliche Betätigung
● Kräftesparendes Verhalten (Pacing) und Umgang mit andauernder Erschöpfung
● Umgang mit Stimmstörungen
● Umgang mit Schluckbeschwerden Ernährung, einschließlich Geruchs- und Geschmacksstörungen
● Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
● Umgang mit Stress, Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen
● Umgang mit Schmerzen
● Rückkehr an den Arbeitsplatz
● Symptomtagebuch

Die Broschüre wird in mehreren Sprachen veröffentlicht.


17. September 2021

Thüringen: Universitätsklinikum Jena erhält vom Land Thüringen 700.000 Euro für umfassendes Forschungs- und Versorgungskonzept im Post-COVID-Zentrum

Immer mehr Menschen leiden, und das auch nach milden Infektionsverläufen, am sogenannten Post-COVID-Syndrom, also ganz unterschiedlichen Beschwerden noch Monate nach überstandener Infektion. Allein in Thüringen sind etwa 15.000 Menschen betroffen. Und ähnlich wie das neuartige Virus selbst stellt auch das Krankheitsbild Post-COVID die Forscher und Ärzte noch vor viele Fragen. Um das zu ändern, entwickeln Experten am UKJ im Post-COVID-Zentrum ein umfassendes, interdisziplinäres Forschungs- und Versorgungskonzept für Post-COVID-Patienten. Dieses wird nun für die kommenden drei Jahre vom Land Thüringen mit 700.000 Euro gefördert.

In den kommenden drei Jahren werden Experten des UKJ – aus Innerer Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Augenheilkunde Hals-Nasen-Ohren-Medizin und Kinder- und Jugendmedizin – mit den Fördergeldern unter anderem die Post-COVID-Ambulanz personell unterstützen. Vor allem aber soll ein Register entstehen, in dem systematisch das Spektrum und die Verläufe der Post-COVID-Symptome erfasst werden. Hierbei wird das UKJ-Team auch auf die Erfahrungen nationaler und internationaler Projekte aufbauen, um standortübergreifend Vergleiche zu ermöglichen. „Unser Ziel ist es, die Patientenversorgung mittelfristig zu verbessern“, sagt Stallmach, „und wichtige Eckpunkte zu liefern für politische Entscheidungen in drohenden Pandemien.“


15. September 2021

Leitlinien: “Long-/Post-COVID-Syndrom“ für Betroffene, Angehörige, nahestehende und pflegende Personen, die sich auf eine ärztliche Leitlinie stützt

Die Leitlinie “Long-/Post-COVID-Syndrom“ für Betroffene, Angehörige, nahestehende und pflegende Personen stützt sich auf die ärztliche „S1-Leitlinie Long-/Post-COVID“ der AWMF vom 15. Juli 2021. An der Leitlinie für Betroffene und Angehörige haben neben den medizinischen Fachgesellschaften auch betroffene Ärzt:innen und Selbsthilfeinitiativen mitgewirkt, u.a. Long COVID Deutschland. Die Leitlinie liefert eine Reihe von medizinischen Hintergründen und wesentliche Anhaltspunkte für ein besseres Krankheitsmanagement und den Umgang mit den häufigsten Symptomen. Es handelt sich bei diesem Dokument um eine sogenannte Living Guideline; eine lebende Leitlinie, die in zunächst kürzeren, dann längeren Abständen immer wieder aktualisiert wird.


14. – 15. September 2021

Robert Koch-Institut: Online-Seminar des Infektiologie-Beratungsnetzwerks des STAKOB zum Post-COVID-Syndrom für Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus, in Arztpraxen wie auch im ÖGD

Expertinnen und Experten des Infektiologie-Beratungsnetzwerk des STAKOB schulen, beraten und unterstützen. Sie geben Erfahrungen aus dem ersten Jahr des Infektionsgeschehens weiter und informieren, wie sich Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus, in Arztpraxen wie auch im ÖGD effektiv vorbereiten können.

Thema: Post-COVID-Syndrom
Zentrum: Leipzig
Dienstag, 14.09.2021, 15:30 – 17:00 Uhr
Mittwoch, 15.09.2021, 18:30 – 20:00 Uhr

Die Veranstaltungen sind kostenfrei und finden via WebEX statt. Fortbildungspunkte sind bei der jeweiligen Ärztekammer beantragt. STAKOB – Robert Koch-Institut: www.rki.de/stakob-ibn.


08. September 2021

Welttag der Physiotherapie: World Physiotherapy veröffentlicht Info-Leaflets zu Rehabilitation bei Long COVID

Der Welttag der Physiotherapie findet jedes Jahr am 8. September statt. Im Jahr 2021 wird sich der Tag auf Long COVID und Physiotherapie konzentrieren. Das Toolkit für den World PT Day 2021 enthält Informationsblätter und Poster, die sich an die breite Öffentlichkeit richten und sich mit der Rolle der Physiotherapeut:innen und Rehabilitation bei der Behandlung von Menschen, die von Long COVID betroffen sind, befassen.

Folgende Informationsblätter stehen als Downloads zur Verfügung:
● Was ist Long COVID?
Rehabilitation und Long COVID
Fatigue (Müdigkeit) und Verschlimmerung der Symptome nach Anstrengung (Post-Exertional Symptom Exacerbation (PESE))
● Wie Sie mit ihrem Physiotherapeutem/ihrer Physiotherapeutin das Pacing anwenden?
Atemübungen


08. September 2021

Post-COVID-Reha: Neues Siegel für Rehakliniken, die Post-Covid-Patient:innen versorgen können

Seit dem 30. August 2021 finden Patient:innen, die an Long- oder Post-Covid leiden, auf dem bundesweit führenden REHAPORTAL qualitaetskliniken.de noch einfacher die passende Rehaklinik. Das neue Siegel „Post-Covid-Check“ kennzeichnet Rehakliniken, die den umfangreichen medizinischen und Qualitätskriterien genügen. Außerdem müssen sie nachweisen, dass sie bereits über Erfahrung in der Rehabilitation von Post-Covid-Patient:innen verfügen. 

Um das „Post-Covid-Siegel“ zu erhalten müssen die Rehakliniken in 6 Kategorien überzeugen:
● Nachgewiesene Expertise bei der Behandlung von Post-Covid-Symptomen
● Interdisziplinäre Diagnostik (Pneumologie, Kardiologie, Neurologie, Psychologie/Psychosomatik, Orthopädie, Innere Medizin, Geriatrie, Radiologie, HNO)
● Analyse der Symptome durch Experten verschiedener Fachrichtungen
● Fachabteilungsübergreifende Behandlung
● Therapiekonzept nach aktuellsten ärztlichen Leitlinien
● Überprüfung der individuellen Therapieziele


Zur Übersicht von Rehakliniken für Post-Covid und Long-Covid und den entsprechenden Bewertungen: https://www.qualitaetskliniken.de


07. September 2021

Berlin: Long COVID Deutschland übergibt Petition mit rund 52.000 Unterschriften an Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD)

Long COVID Deutschland hat sich am 7. September mit Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD) in Berlin für ein persönliches Gespräch getroffen. Vertreter:innen der Initiative übergaben bei dem Termin in Anwesenheit von Medienvertreter:innen eine Petition mit rund 52.000 Unterschriften. Eine Sprecherin von Long COVID Deutschland betonte: „Wir freuen uns sehr, dass Karl Lauterbach sich heute Zeit nimmt, um unsere Forderungen entgegen zu nehmen und mit uns über die katastrophale Lage der mindestens 400.000 Betroffenen zu sprechen. Wir hoffen, dass das Thema in den Fokus der Politik rückt, die bisher verfolgten Ansätze der Bundesregierung sind leider vollkommen unzureichend und das Thema wird weiterhin drastisch unterschätzt.

Am 23. August fand unter der Leitung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ein virtuelles Expert:innengespräch zum Thema Long COVID statt. Teilgenommen haben neben Bundesminister Jens Spahn auch Karl Lauterbach und eine Vertreterin von Long COVID Deutschland. Das BMG hat zuvor eine Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA) Long COVID eingerichtet. Bei IMA-Sitzungen im Juli und August hat Long COVID Deutschland auf die unzureichende Informations- und Versorgungslage der Long COVID-Betroffenen hingewiesen. Die Initiative fordert vom BMG konkrete Maßnahmen mit dem Ziel der Aufklärung von Bevölkerung, Betroffenen und Mediziner:innen umzusetzen. Bisher liegen noch keine Ergebnisse der IMA oder des Gesprächs mit Bundesminister Spahn vor. 

Long COVID Deutschland fordert von der Bundesregierung: 
● Bundesweite Informationskampagnen für Bevölkerung, Betroffene und medizinisches Personal
● Einheitliche medizinische Versorgung nach medizinischen Leitlinien
● Zentrale Datenerhebung zu Long COVID
● Deutliche Aufstockung der Forschungsgelder und Förderung von Therapiestudien


In Deutschland wurden bisher ca. 70 spezialisierte Post-COVID-Ambulanzen für rund 400.000 Patient:innen eingerichtet. Eine gezielte Therapie für das Krankheitsbild Long COVID gibt es nicht. Viele Betroffenen leiden laut einer Studie der Universität Heidelberg bereits seit mehr als zwölf Monaten an der Erkrankung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat im Mai 2021 eine Förderrichtlinie in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro ausgeschrieben. Forscher:innen bemängeln weiterhin fehlende finanzielle Unterstützung durch die Bundesregierung für Vorhaben zur Therapieentwicklung.

Pressemitteilung

Unterstützer:innen können die Kampagne weiterhin unterzeichnen auf: https://campact.org/Hilfe-bei-Long-Covid.


06. September 2021

Nordrhein-Westfalen: Beyond COVID-19 – NRW-Netzwerk widmet sich Spätfolgen von SARS-CoV-2-Infektion

Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen gabe heute den offiziellen Startschuss für das Projekt „Beyond Covid-19“. Dieses hat das Ziel, die gesundheitlichen, psychischen und sozialen Langzeitfolgen von Covid-Erkrankungen zu erforschen. Dabei wird ein ganzheitlicher, interdisziplinärer und standortübergreifender Ansatz verfolgt. Koordiniert wird das Projekt vom Universitätsklinikum Düsseldorf, beteiligt sind zudem die Standorte Aachen, Bonn, Köln, Essen und Münster. Die Landesregierung unterstützt das Projekt mit Mitteln in Höhe von 4,6 Millionen Euro.

„Nordrhein-Westfalen verfügt über viele herausragende Forscherinnen und Forscher, die mit ihren Ideen und Projekten das Leben der Menschen in unserem Land verbessern. „VIRAL“ und „Beyond Covid-19“ sind dafür gute Beispiele: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Nordrhein-Westfalen bündeln ihre Expertise, um gemeinsam Forschungsfragen wie etwa die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion zu bearbeiten, dabei Synergien zu nutzen und nicht zuletzt Ergebnisse zu erzielen, die ganz direkt den Menschen in Nordrhein-Westfalen zu Gute kommen. Ich freue mich darauf, im Laufe dieser Forschungsreise viele zukunftsweisende Projekte und die dahinterstehenden Forscherinnen und Forscher vorzustellen, die Nordrhein-Westfalen mit ihrer Arbeit verändern“, sagt Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.


24. August 2021

USA: American Academy of Physical Medicine and Rehabilitation veröffentlicht Long COVID Dashboard – mehr als 3,8 Millionen Betroffene

Die American Academy of Physical Medicine and Rehabilitation (AAPM&R) führt in einem Dashboard Daten zum Infektionsgeschehen auf Landes- und Bundeseben mit Schätzungen zur Häufigkeit anhaltender Beschwerden nach COVID-19 zusammen. Ausgehend von mind. zehn Prozent aller COVID-19-Betroffenen, die mit Symptomen länger als sechs Monate kämpfen (neuro-kognitive Einschränkungen, Atembeschwerden, Fatigue, Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit), sind derzeit mehr als 3,8 Mio. Menschen in den USA von Long COVID betroffen. Die AAPM&R fordert einen nationalen Aktionsplan zur Verbesserung der Infrastruktur für Rehabilitation, gleiche Rechte für alle Betroffenen in der Versorgung und die zeitnahe Umsetzung von Erkenntnissen aus der medizinischen Forschung in die Praxis.
Die National Institutes of Health (NIH) und der US-amerikanische Kongress haben bereits im Dezember 2020 umgerechnet 967 Mio. Euro für die Forschung zu Long COVID über den Zeitraum von vier Jahren bewilligt.

Das Office for National Statistics (ONS) in Großbritannien veröffentlicht seit April 2021 Daten zum Vorkommen von Long COVID in der Bevölkerungen. Aktuell berichten 384.000 Menschen in Großbritannien, dass sie bereits seit mehr als zwölf Monaten an anhaltenden gesundheitlichen Beschwerden nach COVID-19 leiden (Fatigue, Atembeschwerden, Schmerzen, neuro-kognitive Einschränkungen). Bisher wurden durch die Regierung umgerechnet rund 140 Mio. Euro für die Versorgung von Betroffenen und für die Long COVID-Forschung zur Verfügung gestellt.

In Deutschland findet bisher keine zentrale Datenerhebung zur Verbreitung von Long COVID in der Bevölkerung statt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat im Mai 2021 angekündigt, fünf Mio. Euro für Forschungsvorhaben zu Long COVID bereitzustellen. Forschungsinitiativen zu COVID-19-Spätfolgen im Allgemeinen werden bisher auch von einzelnen Bundesländern gefördert, darunter Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein.


23. August 2021

Bundesministerium für Gesundheit: Expert:innengespräch „Long-COVID“ mit Bundesminister Jens Spahn

Long COVID Deutschland hat am 23. August an einer virtuellen Gesprächsrunde zum Thema Long COVID mit Expert:innen und Vertreter:innen des Gesundheitssystems, Regierungseinrichtungen und Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn teilgenommen. Die vollständige Teilnehmer:innenliste kann hier aufgerufen werden.

Einführend zum Gespräch hat u.a. Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen (Charité Universitätsmedizin Berlin) eine Präsentation zum Thema Long-COVID und ME/CFS gehalten.


17. August 2021

Bundesministerium für Gesundheit: Long COVID Deutschland übergibt mehr als 51.000 Unterschriften

Long COVID Deutschland hat am 17. August vor dem Bundesministerium für Gesundheit die erste Petition mit über 51.000 Unterschriften an Joachim Becker (Abteilungsleiter Medizin- und Berufsrecht, Prävention) in Vertretung von Bundesminister Jens Spahn übergeben. Darin fordert die Initiative die Politik zum sofortigen und schnellen Handeln auf: „Wir brauchen dringend bundesweite Informationskampagnen, gleiche medizinische Versorgung für alle Betroffenen und vor allem wesentlich mehr Forschungsgelder“, so eine Sprecherin der Initiative.

Aktuell sind alleine in Deutschland schätzungsweise rund 400.000 Menschen von gesundheitlichen Folgen nach COVID-19 betroffen, das sind etwa zehn Prozent aller Infizierten. Tendenz steigend. Long COVID kann jeden treffen – auch junge, gesunde Menschen, die keiner bekannten Risikogruppe angehören. Laut einer Studie sind 45% der Betroffenen nach über sechs Monaten nicht in der Lage, Vollzeit zu arbeiten, 22% sind arbeitsunfähig. „Die wenigen Hochschulambulanzen haben teils monatelange Wartezeiten und Reha-Kliniken sind oft nicht auf das Krankheitsbild Long COVID mit seinen vielen Symptomen ausgerichtet, auch hier gibt es erhebliche Wartezeiten“, so die Sprecherin.

Long COVID Deutschland fordert von der Bundesregierung deshalb zeitnahes Handeln:
● Bundesweite Informationskampagnen für Bevölkerung, Betroffene und medizinisches Personal
● Einheitliche medizinische Versorgung nach medizinischen Leitlinien
● Zentrale Datenerhebung zu Long COVID
● Deutliche Aufstockung der Forschungsgelder und Förderung von Therapiestudien


Aktuell gibt es in Deutschland rund 70 spezialisierte Post-COVID-Ambulanzen und Sprechstunden für rund 400.000 Patientinnen und Patienten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat bislang viele Millionen Euro für die Forschung zu COVID-19 bewilligt, aber lediglich 5 Millionen Euro für gezielte Long COVID-Vorhaben. Zum Vergleich: in den USA sind es 976 Mio., in Großbritannien 140 Mio. Bereits seit Mai 2020 kämpft Long COVID Deutschland, ein privater Zusammenschluss von Betroffenen aus dem ganzen Bundesgebiet, um mehr öffentliche Hilfe und Anerkennung dieser Krankheit. Die Initiative leistet Aufklärungsarbeit, sammelt auf der eigenen Website Informationen und betreibt eine Online-Selbsthilfegruppe auf Facebook. „Wir machen ehrenamtlich die Arbeit, für die eigentlich die Bundesregierung zuständig ist“, so die Sprecherin.


TV-Beitrag: Long COVID Deutschland übergibt Petition an das Bundesgesundheitsministerium
RBB, 17. August 2021

Hörbeitrag: Die Initiative Long COVID Deutschland fordert mehr Forschung und mehr Aufklärung
Deutschlandfunk, 17. August 2021


Pressemitteilung

Unterstützer:innen können die Kampagne weiterhin unterzeichnen auf: https://campact.org/Hilfe-bei-Long-Covid.


12. August 2021

Schweiz: Mehrheit von Long Covid-Betroffenen in Beruf, Haushalt, Familie und Sport stark eingeschränkt

In der Schweiz leiden gemäss Einschätzung der Science Task Force und Studien mindestens 200.000 Menschen an Long Covid. Long Covid Schweiz fragte über 400 Betroffene, die unter den Spätfolgen einer Covid19-Infektion leiden, welche Symptome sie am stärksten belasten und wie sie damit im Alltag zurechtkommen. Die Befragung wurde im März und April 2021 durchgeführt, also ein Jahr nachdem die Schweiz ihre ersten Fälle meldete. Die meisten Befragten sind zwischen 30 und 60 Jahre alt, aber auch Kinder und ältere Menschen haben an der
Umfrage teilgenommen. Eine grosse Mehrheit der heute Erkrankten war gesundheitlich nicht vorbelastet. Aufgrund der teilweise schweren Symptome wie krankhafte Erschöpfung, Schmerzen und Brain Fog erachteten sich lediglich 10% der Befragten noch als gesund. Drei Viertel der Betroffenen leiden unter Schmerzen oder sind gesundheitlich angeschlagen. Etwa die Hälfte ist in ihrer Mobilität eingeschränkt und ebenso viele haben Angstzustände oder Depressionen entwickelt. Vier von fünf Personen sind in Haushalt, Familienleben, Freizeit und Sport eingeschränkt.


10. August 2021

Wissenschaftliches Institut der AOK: Mehr als ein Viertel der entlassenen Covid-19-Patienten mussten zurück in die Klinik

In die Auswertung sind die Daten von insgesamt 8.679 bei der AOK versicherten Covid-19-Erkrankten einbezogen worden, die vom 1. Februar bis zum 30. April 2020 nach einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion stationär behandelt wurden. Von diesen Patientinnen und Patienten mit einem Durchschnittsalter von knapp 69 Jahren verstarben 25 Prozent im Krankenhaus. Von den 6.235 Überlebenden mussten 1.668 (27 Prozent) innerhalb eines halben Jahres nach der ersten Krankenhausbehandlung wieder im Krankenhaus aufgenommen werden. Die Wiederaufnahme erfolgte in den meisten Fällen wegen Problemen mit der Atmung (36 Prozent) oder aufgrund neurologischer Störungen (29 Prozent). 6 Prozent der entlassenen Patientinnen und Patienten starben in den ersten sechs Monaten nach dem Krankenhausaufenthalt – die Hälfte von ihnen nach einer erneuten Krankenhauseinweisung. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei schweren Verläufen der Erkrankung eine engmaschige Nachsorge durch Haus- und Fachärzte erforderlich ist“, sagt Christian Günster, Leiter des Forschungsbereich Qualitäts- und Versorgungsforschung beim WIdO.


04. August 2021

Bayern: Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) informiert über die Gründung eines Long-Covid-Netzwerkes (LoCoN) und Behandlungspfad für die ambulante Versorgung bei Long COVID

Im 1. Quartal 2021 wurden bereits deutlich über 30.000 Patienten und Patientinnen in Bayern durch niedergelassene Ärztinnen oder Ärzte aufgrund einer Post-Covid-Problematik behandelt. Erste Frühinformationen aus dem 2. Quartal zeigen, dass sich diese Zahl dynamisch weiterentwickelt. Die KVB geht deshalb davon aus, dass in Bayern derzeit rund 50.000 Long-Covid-Betroffene zu behandeln sind.

Eine strukturierte Versorgung ist vor dem Hintergrund des hohen Patient:innnenaufkommens von besonderer Bedeutung. Der größte Anteil der Long-Covid-Patient:innen wird dabei wohl in der ambulanten Versorgung diagnostiziert, behandelt und betreut werden. Häufige Symptome, die zu einem Ärzt:innenbesuch führen, sind unter anderem Fatigue/allgemeine Schwächezustände, pneumologische und kardiologische Störungen, Riech- und Geschmackstörungen, depressive Verstimmungen sowie Angst- und Schlafstörungen. Zahlreiche Beschwerden können, insbesondere bei milden Verläufen, voraussichtlich auf der haus- und kinderärztlichen Versorgungsebene bewältigt werden. Bei persistierenden Beschwerden und angesichts der häufigen Vielgestaltigkeit der Symptome wird aber häufig eine interdisziplinäre Zusammenarbeit in Diagnostik und Therapie erforderlich, wie dies auch in der S1-Leitlinie herausgearbeitet wurde.


22. Juli 2021

Sachsen: Long-COVID: Freistaat fördert Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Leipzig

Der Freistaat Sachsen unterstützt jetzt mit gut einer halben Million Euro ein bis zum Jahresende 2021 laufendes Forschungsvorhaben der Universitätsmedizin Leipzig, bei dem 300 Probandinnen und Probanden mit einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion epidemiologisch untersucht werden. Hierfür arbeiten die neu eingerichtete Post-COVID-Hochschulambulanz am Universitätsklinikum Leipzig und die Erwachsenenambulanz des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen LIFE eng zusammen. Alle Daten werden in einer eigenen LIFE-COVID-Datenbank gesammelt und von dem Team wissenschaftlich ausgewertet. Mit den gewonnenen Daten soll die Voraussetzung für die Entwicklung von Verfahren geschaffen werden, mit denen Post-COVID-Komplikationen therapiert werden können oder ihnen im besten Fall vorgebeugt werden kann.


15. Juli 2021

Leitlinien: S1-Leitlinie: Post-COVID/Long-COVID

Die S-1 Leitlinie zu Long COVID wurde erstellt durch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in Zusammenarbeit mit weiteren Fachgesellschaften. Aufgeführt werden generelle Informationen, infektiologische/immunologische Aspekte, Diagnostikempfehlungen, psychische Aspekte, Rehabilitation, allgemeinmedizinische Aspekte, Fatigue und weitere Krankheitsbereiche. Die Leitlinie beinhaltet u.a. einen Hinweis zu individuell angemessenem Energiemanagement (Pacing) als eine wirksame Therapieoption bei postviraler Fatigue und Symptomverschlechterung nach körperlicher und mentaler Beanspruchung, die sog. Post-Exertionelle Malaise (PEM), den häufigsten Long COVID Beschwerden.


5. Juli 2021

Thüringen: Gesundheitspolitischer Talk auf Twitter: Long COVID und ME/CFS – wie weiter?

Robert-Martin Montag (FDP, MdL) im Gespräch mit Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen (Charité Universitätsmedizin Berlin), Prof. Dr. Rembert Koczulla (Universität Marburg), Prof. Dr. Uta Behrends (Technische Universität München) und Dr. Christian Korbanka (IKK classic).

Antrag im Thüringer Landtag:
„Erforschung von Long-COVID priorisieren: Klinische Daten erheben, Langzeitfolgen analysieren, wirksame Therapien entwickeln und in Regelversorgung implementieren“


25. Juni 2021

Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten: Persönliches Gespräch zwischen Long COVID Deutschland und Prof. Dr. Claudia Schmidtke (CDU) zu den zentralen Forderungen aus der Petition JETZT – Hilfe bei Long COVID!

Pressemitteilung

Unterstützer:innen können die Kampagne weiterhin unterzeichnen auf: https://campact.org/Hilfe-bei-Long-Covid.


24. Juni 2021

Deutscher Bundestag: Anhörung im Parlamentarischen Begleitgremium COVID-19-Pandemie vom 24. Juni 2021 zu Langzeitwirkungen und gesundheitliche Risiken einer COVID-19-Erkrankung (Long-COVID)

Video und Long COVID Deutschland Stellungnahme


22. Juni 2021

Bayern: Land stärkt Forschung zum Post-COVID-Syndrom mit fünf Millionen Euro durch Förderung innovativer multidisziplinärer Versorgungskonzepte für Long-COVID-Patienten

Mit Fortschreiten der Corona-Pandemie zeigt sich, dass immer mehr Erkrankte unter Spät- und Langzeitfolgen von COVID-19-Erkrankungen leiden. Die Staatsregierung startet deshalb eine Förderinitiative für die Versorgungsforschung zum Post-COVID-Syndrom und stellt hierfür fünf Millionen Euro bereit. Gegenstand der Förderung sollen insbesondere innovative multidisziplinäre Versorgungskonzepte für Long-COVIDPatienten sein. Neben einer Verbesserung der wissenschaftlichen Datenbasis liegt der Fokus auf einer möglichen Übertragung in die Regelversorgung. Antragsteller können beispielsweise Einrichtungen der medizinischen Versorgung, aber auch Verbünde und Forschungsnetzwerke sein. Anträge müssen bis einschließlich 31.10.2021 eingereicht werden.

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bietet eine Webseite mit weiterführenden Informationen für Betroffene und Interessierte: https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/post-covid/


17. Juni 2021

Deutscher Bundestag: Ablehnung der Anträge von den Fraktionen der FDP und DIE LINKE zu Long COVID durch den Ausschuss für Gesundheit

Antrag FDP: „Spätfolgen der Corona-Erkrankung ernst nehmen – Long-COVID-Behandlungszentren etablieren“

Die Bundesregierung soll im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel Long-COVID-Behandlungszentren als neuen § 116c im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) verankern. Sowohl an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Leistungserbringer als auch nach § 107 SGB V definierte Krankenhäuser sowie Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen sollen berechtigt sein, entsprechende Leistungen zu erbringen. Der Gemeinsame Bundesausschuss solle den Behandlungsumfang definieren und gemeinsam mit den Bundesländern ein Long-COVID-Register entwickelt werden.
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen der Fraktionen FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Stimmenthaltung der Fraktion DIE
LINKE.

Antrag DIE LINKE: Long-COVID als Berufskrankheit anerkennen und die Versorgung Betroffener sicherstellen

Arbeitsbezogene Corona-Erkrankungen sollen für alle Beschäftigtengruppen als Berufskrankheit anerkannt werden, insbesondere mit Blick auf etwaige Langzeitfolgen. Außerdem sollen die Rahmenbedingungen für flächendeckende unabhängige Beratungsstellen speziell für Betroffene von Berufskrankheiten sowie zusätzliche Kapazitäten zur Behandlung von COVID-19 sowie Long-COVID und an Myalgischen Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS) erkrankte Patientinnen und Patienten in Form von Reha-Kliniken geschaffen werden.
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen der Fraktionen DIE LINKE. und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Stimmenthaltung der Fraktion der FDP.


16. Juni 2021

Gesundheitsministerkonferenz: Deutsche Bundesregierung beabsichtigt Entwicklung eines Aktionsplans für Long COVID

Man sehe mittlerweile, dass nicht wenige der Covid19-Patienten auch längere gesundheitliche Folgeschäden haben, so der Bundesgesundheitsminister. Bei einigen bessere sich die Lage nach einigen Monaten, bei vielen drohe eine lebenslange Beeinträchtigung. Eine Rehabilitation, die darauf ausgerichtet ist den Weg zurück in einen normalen Alltag möglich zu machen, gehöre genauso dazu wie Forschung für Behandlungen und Therapien, und auch die Zusammenarbeit mit der Rentenversicherung – eben viele verschiedene Bereiche. Auf Ebene der Bundesregierung sei hierfür bereits eine interministerielle Arbeitsgruppe ins Leben gerufen worden, an der verschiedene Bundesressorts beteiligt seien. Bei der virtuellen Gesundheitsministerkonferenz habe man sich jetzt darauf geeinigt, in diesen Fragen eng miteinander zusammenzuarbeiten – mit dem Ziel einen gemeinsamen Aktionsplan zu entwickeln, der verschiedene Maßnahmen für Long Covid enthält, auch über die akute Pandemie hinaus.


10. Juni 2021

Wirtschaftlichkeitsprüfung Heilmittel: Post-COVID-19-Syndrom ab 1. Juli besonderer Verordnungsbedarf

Das Post-COVID-19-Syndrom wird bei der Heilmittelversorgung bundesweit als besonderer Verordnungsbedarf anerkannt. Verordnen Ärzte ab 1. Juli Physio- oder Ergotherapie aufgrund von Langzeitfolgen einer Corona-Infektion, so wird bei einer Wirtschaftlichkeitsprüfung ihr Budget nicht mit den Verordnungskosten belastet. Die Diagnoseliste für den besonderen Verordnungsbedarf wird zum 1. Juli ergänzt. Grund ist der erwartete hohe Versorgungsbedarf an bestimmten Maßnahmen der Physio- und Ergotherapie im Zusammenhang mit einem Post-/Long-COVID-Syndrom. Hierauf hatte insbesondere auch die Deutsche Gesellschaft für Physikalische und Rehabilitative Medizin hingewiesen. KBV und GKV-Spitzenverband haben sich darauf verständigt, die Indikation „U09.9 Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet“ in die Diagnoseliste der besonderen Verordnungsbedarfe aufzunehmen.


10. Juni 2021

Baden-Württemberg: Land fördert Erforschung von Corona-Folgeerkrankungen

Das Land Baden-Württemberg wird die gemeinsame Erforschung von Corona-Folgeerkrankungen an den Medizinischen Fakultäten und den vier Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm („Erforschung von Post-Covid-19-Erkrankungen – Charakterisierung eines neuen Krankheitsbildes und Entwicklung einer Grundlage für therapeutische Interventionen“) mit rund 2,3 Millionen Euro fördern. Basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen soll ein Beratungs- und Therapieangebot zur interdisziplinären Behandlung aller Patienten mit anhaltenden Post-COVID-19 Beschwerden entwickelt werden. Derzeit gibt es auch bundesweit nur sehr wenige Nachsorge-Ambulanzen, die Patienten nach akuter Erkrankung in den ersten Wellen systematisch nachbetreuen.


10. Juni 2021

Nordrhein-Westfalen: Situation der Patientinnen und Patienten mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue Syndrom in NRW

Öffentliche Anhörung im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Thematisiert wurden ebenfalls Zusammenhänge und Handlungsbedarf mit Blick auf ME/CFS in Verbindung mit Long COVID.

Video


7. Juni 2021

Deutscher Bundestag: Anhörung im Gesundheitsausschuss vom 7. Juni 2021 zu „Long-Covid Behandlungszentren

Antrag DIE LINKE: Long-COVID als Berufskrankheit anerkennen und die Versorgung Betroffener sicherstellen

Antrag FDP: „Spätfolgen der Corona-Erkrankung ernst nehmen – Long-COVID-Behandlungszentren etablieren

Video und Long COVID Deutschland Stellungnahme


4. Juni 2021

Thüringen: Antrag im Landtag zu „Erforschung von Long-COVID priorisieren: Klinische Daten erheben, Langzeitfolgen analysieren, Therapien entwickeln und in Regelversorgung implementieren“

Innerhalb der Ländergemeinschaft bestehend aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist auf die Einrichtung eines Mitteldeutschen Forschungszentrums hinzuwirken, das die medizinischen Fakultäten der Universitäten und Kliniken in den Bundesländern im mitteldeutschen Raum zu einem Forschungscluster zusammenführt und sich der Erforschung von Long-COVID und damit in Verbindung stehenden weiteren Erkrankungen wie beispielsweise Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) widmet.
Die Versorgung von Long-COVID Patientinnen und Patienten in der Post-COVID-Ambulanz sowie der Post-/ Long-Covid 19 Ambulanz für Kinder und Jugendlichen am Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist aus dem Landeshaushalt sicherzustellen und die Ausweitung der Versorgungskapazitäten durch Landesmittel zu forcieren. Den Aufbau und die Einrichtung interdisziplinärer regional verankerter Post-/Long-COVID-Ambulanzen, auch unter Einbeziehung digitaler telemedizinischer Versorgungsstrukturen weiter zu verbessern, um die vernetzte bestmögliche Versorgung der Long-COVID-Patienten in der Thüringer medizinischen Versorgungslandschaft zukunftsorientiert zu etablieren und bereits bestehende Angebote effizient zu bündeln u.a.


Der Antrag wird getragen von den Fraktionen der FDP, der CDU, DIE LINKE, der SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.


1. Juni 2021

Niedersachen: Antrag im Landtag zu „Rehabilitationsmaßnahmen für Long-COVID-Patientinnen und -Patienten

Die meisten verfügbaren Rehabilitationseinrichtungen sind aufgrund der großen Vielfalt an Long COVID-Symptomen momentan wenig geeignet, eine umfassende Behandlung der Erkrankten zu gewährleisten. Bei zahlreichen Betroffenen ist eine Betreuung durch verschiedenste ärztliche Fachrichtungen, wie beispielsweise Innere Medizin, Neurologie, Kardiologie oder HNO, notwendig. Diese sind jedoch in der Regel nicht alle gemeinschaftlich in einer Reha-Einrichtung vertreten. Die Behandlung wird darüber hinaus dadurch erschwert, dass es wissenschaftlich noch nicht gelungen ist, die Ursache für die gravierenden Langzeitfolgen zu ermitteln. Daher kann momentan nur eine Behandlung der Symptomatik erfolgen, eine kausale Therapie ist nicht möglich. Vor diesem Hintergrund bittet der Landtag die Landesregierung gezielte Maßnahmen umzusetzen.


31. Mai 2021

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Fünf Millionen Euro für Forschungsvorhaben zu Spätsymptomen von Covid-19 (Long-Covid)

Die mit fünf Millionen Euro ausgestattete Förderrichtlinie „Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben zu Spätsymptomen von Covid-19 (Long-Covid)“ richtet sich vorwiegend an interdisziplinäre Forschungsverbünde, die bereits Zugang zu Patientinnen und Patienten, Daten und Proben haben. Wo immer möglich, ist die gezielte Nutzung bereits existierender Datensätze und Materialsammlungen für Forschungsfragen vorzusehen. Von besonderer Bedeutung sind Forschungsprojekte zur ambulanten Versorgung, zur Rehabilitation und Pflege und zur Zusammenarbeit von spezialisierten Long-Covid-Ambulanzen und der hausärztlichen Grundversorgung. Die Einreichung von Förderanträgen ist bis zum 14. Juli 2021 möglich.


4. Mai 2021

Deutscher Bundestag: Anträge von den Fraktionen der FDP und DIE LINKE

Antrag DIE LINKE: Long-COVID als Berufskrankheit anerkennen und die Versorgung Betroffener sicherstellen

Antrag FDP: Spätfolgen der Corona-Erkrankung ernst nehmen – Long-COVID-Behandlungszentren etablieren


13. April 2021

Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wissensstand, Versorgungsangebote und Forschungsbemühungen zu Long-COVID

Auch in Deutschland deuten die Einrichtung von Post-COVID-Ambulanzen und die bundesweiten Gründungen von Selbsthilfegruppen auf vermehrte Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung hin. Es kommt nun nach Ansicht der fragestellenden Fraktion darauf an, das Wissen darüber in Deutschland zu erhöhen und weltweit den Wissensaustausch zu fördern. Aber auch adäquate Versorgungsangebote von Long-COVID-Patientinnen und – Patienten gilt es, verstärkt in den Blick zu nehmen. Die fragestellende Fraktion will deshalb Auskunft darüber erhalten, welche Erkenntnisse der Bundesregierung bereits zu Spät- und Langzeitfolgen von COVID-19-Erkrankungen in Deutschland vorliegen, welche Versorgungsangebote bereits existieren oder in Planung sind und welche weiteren forschungs- und versorgungsrelevanten Bemühungen seitens der Bundesregierung unternommen werden, um Long-COVID zu begegnen und entgegenzuwirken.


09. März 2021

Wissenschaftliches Institut der AOK: Berufe in der Kindererziehung und Gesundheitsberufe waren 2020 am stärksten von Covid-19 betroffen

Berufe in der Betreuung und Erziehung von Kindern waren im „Pandemie-Jahr“ 2020 am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Eine Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten der AOK-Mitglieder durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) zeigt, dass von März bis Dezember 2020 in dieser Berufsgruppe 4.490 je 100.000 AOK-versicherte Beschäftigte im Zusammenhang mit Covid-19 krankgeschrieben worden waren. Damit liegt der Wert dieser Berufsgruppe mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnittswert aller Berufsgruppen (2.127 Betroffene je 100.000 AOK-versicherte Beschäftigte). Auch Beschäftigte in den Gesundheitsberufen waren überdurchschnittlich oft im Zusammenhang mit Covid-19 arbeitsunfähig; diese Berufe belegten die Plätze 2 bis 10 der Rangliste. „Die Ergebnisse unserer früheren Analysen bestätigen sich auch für die zweite Welle: Sozial- und Gesundheitsberufe, die mit vielen Kontakten zu anderen Menschen verbunden sind, sind stärker von Covid-19 betroffen als andere Berufsgruppen“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO.


11. Juni 2020

Schleswig-Holstein: Zwei Millionen Euro für COVID-19 Forschungsprojekte in Schleswig-Holstein

In COVIDOM wird untersucht, zu welchen langfristigen Schäden es nach einer COVID-19-Erkrankung kommt. Die Häufigkeit und die Schwere werden systematisch erfasst. Im Fokus stehen dabei die Lunge, das Herz, die Niere, die Leber, der Stoffwechsel und das Nervensystem. Das Wissen über mögliche Schäden ist sowohl für die einzelne Patientin und den einzelnen Patienten wichtig, um gegensteuern zu können, als auch für das Gesundheitssystem. In COVIDOM werden alle in Schleswig-Holstein mit SARS-CoV-2 infizierten Bürgerinnen und Bürger kontaktiert. Sowohl vor Ort im UKSH als auch per Interview wird ein Gesundheitscheck von enormem Tiefgang angeboten. Dabei setzt das UKSH seine gesamte technische Kapazität ein, um den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern diese Gesundheitsvorsorge zu bieten und gleichzeitig für das bundesweite Gesundheitssystem und ganz Europa Daten zu liefern, mit welchen Folgen durch COVID-19 in den nächsten Jahrzehnten zu rechnen ist. Jede Patientin und jeder Patient, sowie deren Hausärztinnen und Hausärzteerhalten die Daten aus diesem Check in medizinischer Qualität zur weiteren Verwendung.